Geschichte der Hans-Böckler-Schule

Folgend berichten vier Artikel über die Geschichte der Hans-Böckler-Schule:

  1. Kurze Chronik
  2. Einweihung der Schule - Bericht eines Lehrers
  3. 10. Jubliäum
  4. Neue Sportanlagen 1975

1. Kurze Chronik

Nachdem am 17. Juni 1951 auf dem ehemaligen Militärflugplatz ein neuer Stadtteil, die Hans-Böckler-Siedlung mit der Grundsteinlegung durch den ersten DGB-Vorsitzenden Hans Böckler gegründet worden war, dauerte es immer noch sechs Jahre, bis die gleichnamige Grund- und Hauptschule aus der Taufe gehoben wurde.

Zunächst entstanden in einem ersten Bauabschnitt zehn Klassen, der heutige Hauptschultrakt und ein sogenannter Festraum über der Eingangshalle, der zunächst noch durch eine Zwischenwand in zwei Klassenräume unterteilt war. Im weiteren Verlauf erfolgte dann der Bau von drei Pavillons mit je vier Klassen- und einigen Nebenräumen.

In der ersten Zeit nach Gründung der Schule gingen dennoch viele Kinder in die Nachbarschulen, weil der Platz gerade für die Grundschulkinder ausreichte, nämlich drei 1te, 2te und 3te Klassen, zwei 4te und eine 5te Klasse.

Das Lehrerkollegium mit neun Lehrkräften war bereits Ostern 1957 zusammengestellt worden. Herr Seehusen wurde der erste Schulleiter. Am 24. Oktober 1957 erfolgte die Einweihung der Schule. Der Maler und Grafiker Georg Weiland schuf ein Glasmosaik im Treppenhaus mit dem Titel „laternegehende Kinder“.

In der Ratsversammlung vom 5. November 1957 erhielt die Schule ihren bis heute gültigen Namen. Bis 6. August 1960 waren dann alle Pavillons bezugsfertig und damit weitere zwölf Klassenräume verfügbar. Das Kollegium erweiterte sich auf 17 Mitglieder bei damals 773 Schüler/innen.

1962 wurde schließlich der vierte Bauabschnitt mit den Fachräumen und der Sporthalle fertig-gestellt. Heute werden in der Schule 423 Schüler/innen von 25 Lehrkräften unterrichtet.

2. Einweihung der Schule - Bericht eines Lehrers

Ein Unterschied wie Tag und Nacht bestand zwischen der alten und der neuen Schule. Selbstverständlich muß man sich nun auch dem herrlichen Gebäude anpassen.
Die großen Glasflächen wurden zuerst oftmals übersehen, und schon „bumste“ es. Alle Eingangstüren schlossen sich von selbst, das gab es vorher nie!
Die Fußböden waren spiegelglatt, zum Schlittern geradezu herausfordernd, aber es durfte nun einmal nicht sein; also gut, es wurde befolgt!

 

Die Toiletten strahlten vor Sauberkeit, so sollte es immer bleiben. Die Fußböden waren spiegelglatt, zum Schlittern geradezu herausfordernd, aber es durfte nun einmal nicht sein; also gut, es wurde befolgt! Die Toiletten strahlten vor Sauberkeit, so sollte es immer bleiben.

 

Man respektierte die Grundsätze, Erziehung untereinander ist hier doch wohl die beste Methode. Die wenigen Außenseiter waren in der Schule bald bekannt, sie wurden unter besondere Aufsicht gestellt. Wie lustig die verschiedenfarbigen Türen auf den langen Furen! Selbst die Reinmachefrauen hatten ihre helle Freude daran und ließen die Türen nachmittags weit offen stehen. Auch die Klassenräume sind farbig getönt. Das alles strahlt Lebensfreude. Die Klassen mit ihren großen Fensterflächen bieten Licht und Sonne ungehindert Einlaß.

 

Die Stadt Neumünster bemüht sich ihre neuerbauten Schulen künstlerisch zu schmücken. Das Treppenhaus der Hans-Böckler-Schule erhält sein Licht durch ein farbiges Glasfenster, das durch Betonrahmen streng gegliedert ist und von dem Maler und Graphiker. Georg Weiland entworfen und bemalt wurde. Das Thema "Laternegehende Kinder" ist durch das Hochformat mit bestimmt worden. Die hellen Figuren und leuchtenden Laternen heben sich von einem starkfarbigen Hintergrund ab. Zu Füßen der Kinder spiegelt sich im Wasser der gestirnte Himmel. Dieses wunderbare Glasfenster ist ein wirkliches Schmuckstück unserer Schule.

3. 10. Jubiläum

Die Böcklersiedlung hat in diesem Monat Anlaß zum Feiern: Ihre Grundschule besteht genau zehn Jahre. Längst haben ihre ersten Abgänger den Schritt hinaus ins Leben getan. Die Abc - Schützen von heute aber erinnern sich nicht mehr an die Gründung und die ersten Jahre ihrer Schule. Vielleicht erzählen ihnen Eltern und Lehrer einmal davon.

Der 24. Oktober 1957 war es, als 446 Jungen und Mädchen mit Bangen oder frohen Herzens die Klassen betraten. Die erste Unterrichtsstunde in der neuen Volksschule Neumünsters am westlichen Stadtrand konnte beginnen - siebeneinhalb Jahre, nachdem der damalige Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Hans Böckler, den Grundstein für die nach ihm benannte Siedlung gelegt hatte.

Eine Volksschule sollte schon immer in der Böcklersiedlung gebaut werden. So sahen es die Pläne vor. Doch 1950 waren Wohnhäuser wichtiger. 6000 Menschen aus Baracken und Lagern sollten untergebracht sein. Wie Pilze schossen die Blocks in die Höhe: Die Siedlung wuchs und wurde zum Stadt­teil. Die Kinder aber verließen jeden Morgen die neuen Straßen und wanderten hinaus zur Mühlenhofschule und zur Johann-Hinrich-Fehrs-Schule. 1955 beschloß dann endlich die Ratsversammlung: Die Böcklersiedlung bekommt jetzt ihre eigene Schule. Zehn Klassen entstanden im Haupttrakt. Über dem Eingang wurde Platz für weitere zwei behelfsmäßige Unterrichtsräume beschafften. Dann kam noch der Verwaltungstrakt hinzu.

Acht Lehrer standen Rektor Seehusen zunächst zur Seite. Aber es mußten bald mehr werden, denn die Schülerzahlen kletterten und kletterten, Die Böcklersiedlung wurde größer. Jährlich kamen 140 Mädchen und Jungen in die Schule hinzu. Abgänge gab es aber so gut wie gar nicht. So mußte weitergebaut werden. 1960 wurden weitere zwölf Klassenräume in drei Pavillons fertig. Gerade genug, um die allergrößte Raumnot zu beseitigen. Mit 878 Jungen und Mädchen erreichte die Schülerzahl im Mai 1961 ihren Höchststand. 23 Lehrer unterrichteten damals in 25 Klassen.

 

Erst als der Schulbezirk verkleinert wurde, normalisierte sich die Zahl. Doch auch in den folgenden Jahren wurde an der Böcklerschule weiter gebaut. Eine Sport- und eine Gymnastikhalle entstanden. Sonderräume für Werken, Nadelarbeit und Naturlehre kamen hinzu. Eine mustergültige Lehrküche mit Elektro- und Gasherden, Durchlauferhitzern und Kühlschränken entstand. Daneben wurden noch ein freundlich eingerichteter Eßraum, eine Speisekammer und sogar eine Lehrwaschküche mit Waschmaschine eingerichtet. 1965 bekam die Böcklerschule dann noch einen Schulkindergarten für die noch nicht schulreifen, aber schulpflichtigen Kindern.

Zwischen dem Baugebiet und dem grünen Land erstreckt sich heute der große Komplex der Böcklerschule Glas, Beton, Ziegelmauern wechseln einander ab. Harmonisch sind die einzelnen Bauteile angeordnet. Auch die Kunst kommt hier nicht zu kurz. Georg Weiland schuf im Treppenaufgang das Mosaikfenster .Laternetragende Kin­der". Auf dem Torplatz hat die Rübezahlplastik des Bildhauers Georg Weiland Platz gefunden, eine Erinnerung an die ostdeutsche Heimat der Bewohner der Böcklersiedlung.

Die Böcklerschule besitzt heute ihre endgültige Gestalt. Auch der Schulhof ist inzwischen asphaltiert worden. Viel­leicht bliebe noch ein Wunsch zu erfüllen: Die weitläufige Wiesenfläche zwischen dem 4,4 ha großen schuleigenen Wald und dem Schulgebäude zu einem Sportplatz auszubauen und das gesamte Schulgrundstück einzufriedigen. Auf jeden Fall ist aber die Fachwelt heute schon des Lobes voll über die Böcklerschule. Bausachverständige aus anderen Städten gehören zu den ständigen Gästen. Sie erleben bei dem Besuch der Schule auch. daß sich die enge Verbindung von Eltern Lind Schule segensreich auswirkt. Dem Förderverein der Hans-Böckler-Schule jedenfalls ist es nicht zuletzt zu danken, daß die Schule im Westen heute vorbildlich genannt wird. Er gab zum Beispiel die Mittel für die Schulbühne, im Musikraum können so vor 240 Zuschauern Aufführungen gegeben und Feiern veranstaltet werden.

4. Neue Sportanlage 1975

Zu einem großen Tag im Leben der Hans-­Böckler-Schule wurde ein Donnerstag im Jahr 1975.

 

18 Jahre nach Errichtung des ersten Bauabschnittes der Schule konnten jetzt auch die von Lehrern, Eltern und Schülern sehnlichst gewünschten Sportanlagen in Betrieb genommen werden

In Anwesenheit von Bürgermeister Eberhard Sawade als Schuldezernent, Stadtrat Helmut Loose und Emil Beierbach vom Stadtgartenamt wurden die neuen Sportanlagen vormittags eingeweiht. Neben Laufbahnen und Sprunggruben verfügt die Schule jetzt auch über ein Kleinspielfeld.

 

Dreieinhalb Stunden lief auf den neuen Anlagen ein buntes Sportfest mit 60 Schülerinnen und Schüler der einzelnen Klassen vorn zweiten Schuljahr an. Sie trainieren ihre Kräfte im Dreikampf.

 

Für die besten gab es wieder Urkunden. Neun Mädchen und vier Jungen schafften die Bedin­gungen dafür. Die besten Ergebnisse erzielte bei den Mädchen mit 249 Punkten Silvia Hansen und bei den Jungen Dirk Siominski mit 317 Punkten.